Schmerztherapie
Praktisch alle Sudeckpatienten leiden unter starken bis sehr starken Schmerzen, die sich nach Belastung verstärken und die Betroffenen nachts kaum schlafen lassen.
Die überwiegende Mehrheit der Fachleute ist der Meinung, dass alles unternommen werden sollte, um die Schmerzen möglichst zu dämpfen, damit Physio- und Ergotherapie überhaupt möglich werden. Dauerschmerz über Wochen und Monate belastet die Psyche ungemein und führt dazu, dass sich die Betroffenen immer mehr vom sozialen Leben zurückziehen. Ausserdem besteht die grosse Gefahr, dass der Schmerz chronisch wird. Das heisst, die Patienten empfinden auch noch Schmerz, wenn es von den körperlichen Gegebenheiten her eigentlich gar keinen Schmerz mehr gäbe.
Für die Schmerzbekämpfung werden die oben erwähnten Mittel (Calcitonin, Analgetika, Nichtsteroidale Antirheumatika, Antidepressiva etc.) eingesetzt.
Es gibt auch Fälle, bei welchen der Arzt Morphine verordnen muss, weil die anderen Mittel den Schmerz zu wenig unterdrücken. Wenn die Morphine, in der Regel Präparate mit verzögerter Freigabe (retard), richtig dosiert sind und nach einem vom Arzt vorgegebenen Schema eingenommen werden, ist die Gefahr, süchtig zu werden äusserst klein.
Manchmal wird auch versucht, den Dauerschmerz durch eine Epiduralanästhesie (Betäubung der Nerven im Rückenmark) zu unterbrechen.
Dabei werden durch einen Schlauch (Katheter) Betäubungsmittel in die Nähe des Nerves im Rückenmark geleitet, der zum betroffenen Bein führt. Der Schmerz sollte möglichst betäubt werden, ohne dass Lähmungen auftreten. Diese Behandlung kann nur in einer Klinik, die auf Schmerztherapie spezialisiert ist, durchgeführt werden und der Erfolg ist nicht immer sicher.